Geschichte der Augenbrauen-Mode: Von den 1920ern bis heute
Inhalt dieser Seite
- Die Geschichte der Augenbrauen-Mode auf einen Blick
- 1920er und 1930er: Die gezeichnete Linie
- 1940er: Zurück zu mehr Haar
- 1950er und 1960er: Hollywood kantig, dann nach oben offen
- 1970er: Zwei Lager
- 1980er und 1990er: Vom Busch zum Strich
- 2010er: Die Instagram-Braue
- Seit etwa 2020: Weich und individuell
- Muster: Warum Brauen so oft pendeln
- Weiterlesen zur Stilgeschichte
- Häufige Fragen
Kurz gesagt
Die Augenbrauen-Mode pendelt seit den 1920ern zwischen zwei Polen: dünn und kontrolliert gegen voll und natürlich. Auf die feinen, gezeichneten Bögen der 1920er und 1930er folgten vollere Brauen in den 1940ern, kantige Formen in den 1950ern, buschige in den 1980ern und schmal gezupfte in den 1990ern. Heute dominieren weiche, individuelle Brauen.
Die Brauen sind wahrscheinlich das Merkmal im Gesicht, an dem sich ein Foto am schnellsten datieren lässt. Das liegt auch daran, dass sich Brauen günstig und sofort verändern lassen. Die folgenden Epochen geben die übliche modegeschichtliche Darstellung wieder. Die Grenzen sind fließend, und Quellen datieren einzelne Stile teilweise unterschiedlich.
Die Geschichte der Augenbrauen-Mode auf einen Blick
| Jahrzehnt | Typische Form | Bekannte Bezugspersonen |
|---|---|---|
| 1920er | sehr dünn, dunkel, abfallendes Ende | Clara Bow, Anna May Wong |
| 1930er | noch dünner, runder, hoch gesetzter Bogen | keine einzelne Figur |
| 1940er | voller, runder, niedriger Bogen | keine einzelne Figur |
| 1950er | dunkel, kantiger Bogen, klare Kante | Marilyn Monroe, Grace Kelly, Jayne Mansfield |
| 1960er | vorn etwas kräftiger, kürzeres Ende | keine einzelne Figur |
| 1970er | sehr dünn oder ungeformt natürlich | keine einzelne Figur |
| 1980er | voll, fluffig, nach oben gebürstet | Brooke Shields |
| 1990er und 2000er | dünn gezupft oder gewaxt | Kate Moss |
| 2010er | dick, geformte Kanten, hoher Bogen | Cara Delevingne |
| 2020er | natürlich, fluffig, laminiert | keine einzelne Figur |
1920er und 1930er: Die gezeichnete Linie
In den 1920ern waren Brauen sehr dünn, dunkel und liefen nach außen abfallend aus. Oft gingen die Enden länger als die natürliche Braue. Clara Bow und Anna May Wong stehen in modegeschichtlichen Rückblicken für diesen Look. Die 1930er trieben die Linie weiter: noch dünner, runder, mit klarem Bogen und mehr Abstand zum Auge. Wie Marlene Dietrich dieses Ideal in der deutschen Stilgeschichte prägte, steht bei Marlene Dietrich.
1940er: Zurück zu mehr Haar
Während und nach dem Zweiten Weltkrieg ließen Frauen ihre Brauen wieder wachsen, und ein natürlicher, runderer Bogen mit niedrigerer Wölbung wurde üblich.
1950er und 1960er: Hollywood kantig, dann nach oben offen
Die 1950er brachten dunkle, kantig gezeichnete Brauen mit hohem Bogen, teils unabhängig von der Haarfarbe. Monroe, Kelly und Mansfield gehören zu den genannten Bezugsfiguren. Die 1960er setzten das Gewicht stärker aufs Auge: vorn etwas kräftiger, das Ende kürzer, höher über dem Knochen und natürlicher gefärbt.
1970er: Zwei Lager
Eine klare Einheitslinie gab es kaum. Auf der einen Seite standen dünn gezupfte, hochgezogene Brauen, auf der anderen ganz ungezupfte.
1980er und 1990er: Vom Busch zum Strich
In den 1980ern legten viele die Pinzette weg. Brooke Shields wurde mit ihren vollen, natürlichen Brauen zur Ikone des Jahrzehnts. Danach schlug das Pendel um: Die 1990er und frühen 2000er gelten als die Zeit der schmal gezupften Brauen. Viele haben heute noch Lücken aus dieser Phase, denn Haare wachsen nach sehr langem Zupfen nicht immer zurück. Wer dazu gehört, findet Hilfe bei Augenbrauen wachsen nicht mehr oder im Rettungsplan nach zu viel Zupfen.
2010er: Die Instagram-Braue
Mit Models wie Cara Delevingne wurden dicke, kaum gezupfte Brauen wieder zum Ideal. In sozialen Medien entwickelte sich parallel eine sehr geformte Variante mit hohen, spitzen Bögen, Ombré-Verlauf und scharfen Concealer-Kanten. Dauerhafte Varianten erklärt die Seite Permanent Make-up. Alle Hilfsmittel stehen im Bereich Produkte.
Seit etwa 2020: Weich und individuell
Die 2020er stehen für „alles geht“ mit einer Neigung zu natürlichen, gebürsteten, oft laminierten Brauen. Dazu gehören Fluffy Brows mit Gel oder Seife. Was gerade gilt, steht bei den Augenbrauen-Trends.
Muster: Warum Brauen so oft pendeln
Die Geschichte zeigt ein wiederkehrendes Muster, das man für die eigene Entscheidung nutzen kann.
- Das Pendel: Dünn und voll wechseln einander im Abstand von ungefähr ein bis zwei Jahrzehnten ab.
- Mode ist älter als die Haut: Trends gehen vorbei, gezupfte Stellen bleiben manchmal. Das gilt vor allem für die Jahrgänge, die ihre Brauen in den 1990ern dünn gezupft haben.
- Vorbilder prägen: Fast jede Epoche ist in den Rückblicken mit Stars oder Models verbunden, von Hollywood bis Instagram.
Was das für dich bedeutet
Bevor du etwas Unumkehrbares machst, denke an die Generation der 1990er. Eine Form, die du mit Make-up trägst, kannst du ändern. Eine ausgezupfte Stelle oder eine Pigmentierung eher nicht.
Weiterlesen zur Stilgeschichte
Einzelne Persönlichkeiten stehen bei den berühmten Brauen im Mittelpunkt, darunter auch Frida Kahlo. Was vor den 1920ern und außerhalb Europas und Amerikas galt, findet sich bei den Brauen weltweit.
Häufige Fragen
Warum waren dünne Augenbrauen in den 1920ern Mode?
Eine einzelne belegte Ursache gibt es nicht. Modegeschichtliche Rückblicke verbinden den Look mit Filmstars wie Clara Bow und Anna May Wong.
Wann waren dicke Augenbrauen modern?
Vor allem in den 1980ern, mit Brooke Shields als Ikone, und wieder in den 2010ern, etwa mit Cara Delevingne. Auch die 1940er waren eher voll.
Warum zupfte man in den 1990ern so dünn?
Rückblicke beschreiben das als Wechsel nach den vollen 1980ern und verbinden den Look oft mit Kate Moss. Die Quellen datieren den Höhepunkt zwischen den 1990ern und frühen 2000ern.
Wann kamen Fluffy Brows auf?
Die Technik wird Quellen zufolge von Maskenbildnern schon länger genutzt. Einem breiten Publikum wurde sie durch soziale Medien in den 2010er Jahren bekannt. Ein genaues Erfindungsdatum ist nicht belegt.