Stirnhöhlenentzündung an der Augenbraue: Symptome, Dauer, Hilfe
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Kurz gesagt
Eine Stirnhöhlenentzündung verursacht dumpfen Druck über der Augenbraue, oft mit verstopfter Nase, Sekret und nach einer Erkältung. Sie heilt meist innerhalb von zwei bis vier Wochen von selbst. Nasenspülung, Ruhe und Schmerzmittel lindern die Beschwerden. Schwellung am Auge, Sehstörung, Nackensteife oder sehr starke Schmerzen brauchen sofort ärztliche Hilfe.
Fachlich spricht man von Sinusitis frontalis. Sie tritt selten isoliert auf, meist sind weitere Nasennebenhöhlen beteiligt. Darum heißt der Sammelbegriff Rhinosinusitis.
Symptome einer Stirnhöhlenentzündung an der Augenbraue
- Druck oder Schmerz über einer oder beiden Brauen, mit Vorbeugen stärker
- Verstopfte oder laufende Nase
- Grünes oder gelbes Sekret, teils Fieber
- Vermindertes Riechen
- Empfindliche Stirn, weniger häufig auch Zahn- oder Ohrdruck
Ohne Nasenbeschwerden ist eine Stirnhöhlenentzündung deutlich weniger wahrscheinlich. Wenn der Schmerz wiederkehrt und mit Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit einhergeht, denk eher an Migräne.
Wie lange dauert eine Stirnhöhlenentzündung?
Die deutsche Leitlinie zählt eine Rhinosinusitis bis zu 12 Wochen als akut. Ihre Gültigkeit ist abgelaufen, eine überarbeitete Fassung ließ sich nicht finden.
| Zeitraum | Normaler Verlauf | Was tun? |
|---|---|---|
| Tag 1 bis 5 | Schnupfen, Druck nimmt zu | Selbsthilfe, Ruhe |
| Woche 1 bis 2 | langsam besser. 60 bis 80 Prozent sind nach 2 Wochen ausgeheilt | weiter Selbsthilfe |
| Woche 3 bis 4 | Restbeschwerden. Etwa 90 Prozent sind nach 4 Wochen beschwerdefrei | Hausarzt, wenn es nach 3 Wochen nicht besser ist |
| über 12 Wochen | gilt als chronisch | HNO, Abklärung von Polypen und Allergien |
Hausmittel: Was etwas bringt
| Mittel | Einschätzung |
|---|---|
| Nasenspülung mit Salzwasser | sinnvoll, bis zu dreimal täglich möglich |
| Ausreichend trinken, Ruhe | sinnvoll |
| Rezeptfreie Schmerzmittel | lindern Schmerz und Fieber, wenn sie für dich geeignet sind |
| Abschwellendes Nasenspray | kann kurzfristig helfen, nur wenige Tage und laut Packungsbeilage, längerer Gebrauch kann der Schleimhaut schaden |
| Kortison-Nasenspray | kann bei stärkeren Beschwerden erwogen werden, nach ärztlicher Rücksprache, der Nutzen ist in Studien eher klein |
| Inhalieren mit Dampf | manchen tut es gut, Vorsicht vor Verbrühungen, besonders bei Kindern |
| Antibiotika | selten nötig, siehe unten |
Wann ist ein Antibiotikum nötig?
Die meisten akuten Fälle sind viral. Unkomplizierte Verläufe brauchen in der Regel kein Antibiotikum. Die Leitlinie nennt es vor allem für Hinweise auf Komplikationen wie starke Kopfschmerzen, Gesichtsschwellungen oder Lethargie. Auch bei immungeschwächten Menschen fällt die Entscheidung anders aus.
Stirnhöhle oder doch etwas anderes?
Eine Kurzprobe: Drei Tage Stirndruck ohne jede Nasenbeschwerde sprechen eher gegen eine Sinusitis. Dann lohnt sich ein Blick auf einseitige Schmerzen oder Spannungskopfschmerz. Zahnprobleme im Oberkiefer können die Kieferhöhle betreffen, aber nicht typisch die Stirn.
Wann zum HNO?
Die Hausarztpraxis reicht für den Einstieg. Eine HNO-Praxis ist sinnvoll, wenn Beschwerden häufig wiederkehren, länger als 12 Wochen bleiben, Geruchssinn oder Nasenatmung dauerhaft leiden oder Polypen vermutet werden. Dort kann die Nase mit einem Endoskop untersucht werden, eine Bildgebung ist nur in bestimmten Fällen nötig.
Wann zum Arzt
Geh in die Praxis, wenn:
- Beschwerden nach 3 Wochen Selbsthilfe nicht besser sind
- Schmerzmittel nicht helfen oder es immer schlimmer wird
- du dich sehr krank fühlst
- dein Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel durch Chemotherapie
- du häufig Nebenhöhlenentzündungen hast
- dein Kind betroffen ist und jünger als 12 Jahre ist
Sofort handeln
Ruf die 112 (in Österreich und der Schweiz auch 144) oder geh in die Notaufnahme bei:
- Schwellung oder Rötung am Auge, Lid oder an der Stirn, besonders mit Fieber
- Sehstörungen, Doppelbildern oder einem hervortretenden Auge
- sehr starkem Kopfschmerz, Nackensteife, Verwirrtheit oder Benommenheit
Die Leitlinie nennt seltene Komplikationen wie Orbitalphlegmone, Meningitis, Hirnabszess und Sinusvenenthrombose.
Typische Fehler
- Zu schnell Antibiotika verlangen. Unkomplizierte Verläufe brauchen sie in der Regel nicht, und sie haben Nebenwirkungen.
- Abschwellendes Spray auf Dauer nutzen. Die Nase gewöhnt sich daran.
- Nasendusche mit Leitungswasser ohne Abkochen. Nimm geeignetes Wasser und reinige sie gründlich.
- Trotz Fieber Sport treiben. Bitte warten, bis du wieder fit bist.
Wenn der Schmerz vor allem beim Vorbeugen auftritt, hilft der Beitrag zu Schmerzen beim Bücken. Ist es eher ein punktueller Schmerz, siehe Druckschmerz an der Augenbraue. Die allgemeine Einordnung bietet Schmerzen an der Augenbraue.
Häufige Fragen
Ist eine Stirnhöhlenentzündung ansteckend?
Die auslösende Erkältung kann ansteckend sein. Bleib bei Fieber zu Hause und halte Abstand, bis es dir besser geht.
Kann ich mit Stirnhöhlenentzündung fliegen?
Bei einer akuten Entzündung kann der Druckwechsel starke Schmerzen auslösen. Besprich das vor dem Flug mit deiner Praxis.
Warum habe ich immer wieder Stirnhöhlenentzündungen?
Häufige Gründe sind Allergien, Polypen oder Engstellen in der Nase. Bei wiederkehrenden Episoden ist eine HNO-Abklärung sinnvoll.
Hilft Rotlicht bei einer Stirnhöhlenentzündung?
Manche empfinden Wärme als angenehm, ein klarer Wirkungsnachweis ließ sich nicht belegen. Halte Abstand und schütze die Augen.
Quellen
- NHS: Sinusitis
- DGHNO-KHC, DEGAM: S2k-Leitlinie Rhinosinusitis (Gültigkeit abgelaufen, in Überarbeitung)
- DGHNO-KHC, DEGAM: Kurzfassung der Leitlinie
- Pharmazeutische Zeitung: Neue Leitlinie gibt Empfehlungen
- Techniker Krankenkasse: Mittel gegen akute Nasennebenhöhlenentzündung
Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Beschwerden: ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117 (DE), Notruf 112.